Zwar käme niemand ernsthaft auf die Idee, ein altes Auto würde durch eine Lackierung wieder zum Neuwagen. Doch beim Dach scheint alles anders zu sein.
In der Werbung der Dachbeschichter werden in Hochglanzfotos noch hochglänzendere Ergebnisse von Beschichtungen präsentiert. Doch Dach-Fachleute wie Johannes Lauer, Landesinnungsmeister des Dachdeckerhandwerks Rheinland-Pfalz, warnen vor übertriebenen Hoffnungen: „Eine Dachlackierung kann keine Neueindeckung ersetzen.“ Lauer weiß, dass nicht selten schon bei der Vorbereitung zur Dachbeschichtung Schäden entstehen.
„Wenn Unqualifizierte ein Dach zur Hochdruckreinigung betreten, können schon dadurch ernsthafte Schäden an der Eindeckung herbeigeführt werden.“ Auch die Dachreinigung und anschließende Beschichtung ist allenfalls meist eine „optische Korrektur“, denn die überdeckten Bereiche werden weder gereinigt noch beschichtet. Überdeckungen entstehen praktisch bei jeder Dacheindeckung mit Ziegeln und Dachsteinen durch die Überlappung der einzelnen Elemente.
Ist die Beschichtung dann als alles überdeckende „Haut“ aufgebracht, kann schon der nächste heftige Windstoß die ersten Haarrisse entstehen lassen. Die Elemente der Eindeckung bewegen sich untereinander bei Windsog. In diese feinen Risse kann Feuchtigkeit eindringen, die beim ersten Frost gefriert und die Risse weiter vergrößert. Dahin ist dann oft die teuer bezahlte „Dach-Lackierung“.
„Die einzig sinnvolle Farbgebung bei Ziegeldächern ist die Engobe oder glänzende Edelengobe, die direkt bei der Herstellung eingebrannt wird“, weiß der Lahnsteiner Dach-Experte. Und er warnt besonders vor der Bearbeitung asbesthaltiger Eindeckungen oder Wandbekleidungen. Eine solche nachträgliche Bearbeitung ist nämlich gesetzlich verboten.
Aber nicht nur Dachbeschichtungen sind mit großer Skepsis zu betrachten. Auch bei Haustürangeboten für vermeintliche Dach-Überprüfungen oder Sanierungen ist größte Vorsicht geboten. Hier sind nicht selten dubiose mobile Handwerkerkolonnen am Werk, die schlechte Leistungen zu überhöhten Preisen anbieten. Auch die Reinigung von Solarmodulen wird derzeit verstärkt angepriesen. Auch hier kann es durch fachlich unqualifizierte Betriebe zu Schäden an der Solaranlage kommen – besonders wenn zum Zweck der Reinigung das Dach oder gar die Module betreten werden.
„Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte stets Vergleichsangebote einholen, sich nicht zur Unterschrift an der Haustüre drängen lassen und im Zweifel bei der regionalen Dachdecker-Innung einen Rat einholen.“ Dort gibt es auch die Adressen qualifizierter Dachdeckerbetriebe – ebenso wie online unter www-dach-rlp.de
Der Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Rheinland-Pfalz vertritt rund 470 Dachdecker-Innungsbetriebe, die sich den 18 regionalen Innungen angeschlossen haben. Das Verbandsgebiet reicht von Eifel bis Hunsrück, vom Westerwald bis an den Rheingau.
An der Verbandsspitze steht der Lahnsteiner Dachdecker- und Klempnermeister Johannes Lauer als Landesinnungsmeister. Die Verbandsgeschäftsführung liegt bei Andreas Unger. Sitz des Verbandes ist die Mittelrhein-Metropole Koblenz.
Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Rheinland-Pfalz
Hoevelstraße 19
56073 Koblenz-Rauental
Telefon: +49 (261) 4010-417
Telefax: +49 (261) 4010-418
https://www.dach-rlp.de
Presse
Telefon: +49 (8165) 939754
Fax: +49 (8165) 939755
E-Mail: hf.redaktion@t-online.de
Geschäftsführer
Telefon: +49 (261) 4010-417
Fax: +49 (261) 4010-418
E-Mail: info@dach-rlp.de