Fontis-Verlag Basel, 2025
120 Seiten,
Gebunden: 14,90 Euro.
E-Book: 12,99 Euro.
ISBN-10: 303848296X
ISBN-13: 978-3038482963
Der Schweizer Autor Giuseppe Gracia hat mit seinem 120 Seiten starken Büchlein Wenn Israel fällt, fällt auch der Westen ein Statement zur Bedeutung Israels für die westliche Welt geschrieben. In verständlicher Sprache ist es ein Weckruf gegen die Bedrohung durch den Antisemitismus, der uns alle angeht.
Im Vorwort betont der bekannte Publizist Henryk M. Broder den untrennbaren Zusammenhang zwischen der Sicherheit Israels und den Werten der westlichen Demokratien. Das Buch gliedert sich in zwei Teile: Teil I: Warum der Judenhass uns alle bedroht und Teil II: Fakten und Hintergründe zu Israel.
Judenhass bedroht auch Nichtjuden
Im ersten Teil unternimmt Gracia eine Zeitreise durch 3000 Jahre Judenhass. Unter der Überschrift „Kein Volk wurde je so gehasst“ beschreibt er die Ursprünge und die anhaltende Präsenz des Antisemitismus und macht an Stationen wie der Verschleppung der Juden nach Babylon im 7. vorchristlichen Jahrhundert, der Judenfeindschaft in der Antike, dem Judenhass im Islam, im Nationalsozialismus und heute kurze Stopps. Für mich als theologisch geprägten Leser ist besonders sein Hinweis auf die jüdisch-christlichen Grundlagen der abendländischen Werte für das Verständnis der Gesamtthematik hilfreich. So fragt Gracia, ob der Judenhass etwas mit Gott zu tun haben könnte. Oder genauer: „Könnte der Hass auf die Juden etwas über das Verhältnis des Antisemiten zu Gott aussagen? Ein Hass, der den Wunsch beinhaltet, Gott und seine Regeln loszuwerden“. Das wiederum sei ein Ärgernis für alle anderen religiösen, atheistischen und technologiegläubigen Gruppen. Gracia stellt fest, dass im westlichen Establishment „die Religion als wesentliche Quelle der Sitten und Grundlagen des Zusammenlebens praktisch abwesend ist“. Wenn der Westen es zulasse, dass der Antisemitismus weiter zunehme und das Judentum als Symbol für die Grundlagen unserer Zivilisation untergehe, „dann wäre das auch das Ende des Westens selbst“.
Hintergründe zum Staat Israel
Im zweiten Teil informiert Gracia über Israel seit dem 19. Jahrhundert, beginnend mit der zionistischen Bewegung Theodor Herzls, dem britischen Mandat nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches. Er erklärt, wie die Begriffe „Palästina“ und „Palästinenser“ entstanden sind und vermittelt dem Leser Fakten und Standpunkte in Form von Schlaglichtern auf Begriffe wie „Sechstagekrieg“, „Existenzrecht Israels“, „Jerusalem“, „Westjordanland“ und „Siedlungen“, um nur einige zu nennen. Auch die Erfolgsgeschichte Israels in Wirtschaft und Technologie wird beleuchtet und auf die rund 200 Nobelpreisträger jüdischer Herkunft verwiesen.
Ein eindringlicher Appell
Kritiker bemängeln Gracias einseitige Betrachtungsweise. Dennoch ist Wenn Israel fällt, fällt auch der Westen ein eindringlicher Appell, die Bedeutung Israels für die westliche Welt neu zu überdenken und sich aktiv gegen Antisemitismus einzusetzen. Gracias klare Sprache und die kompakte Darstellung machen das Buch zu einer empfehlenswerten Lektüre für alle, die sich intensiver mit diesem brisanten Thema auseinandersetzen möchten.
Stephan G. Brass
Die Rezension kann unter diesem Shortlink als Dokument heruntergeladen werden: https://tinyurl.com/mt698f9j
Adventistischer Pressedienst Deutschland APD
Sendefelderstr. 15
73760 Ostfildern
Telefon: +49 4131 9835-533
http://www.apd.info
Chefredakteur
Telefon: +49 (4131) 9835-521
E-Mail: lobitz@apd.info