Bei der Zertifizierung selbst ist die Einteilung in Gästegruppen von zentraler Bedeutung – von Mobilitätseinschränkungen über Sinnesbehinderungen bis zu kognitiven Einschränkungen werden dabei insgesamt sieben Gruppen unterschieden. Zur Bewertung der Barrierefreiheit werden die Einrichtungen auf unterschiedliche, insbesondere bauliche Merkmale geprüft. Insgesamt sind etwa 200 Kriterien zur Prüfung auf Barrierefreiheit im Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ gelistet. Für Rollstuhlfahrer ist so beispielsweise eine Durchgangsbreite von mindestens 150 Zentimetern und eine maximale Neigung von 6 % zu gewährleisten; für Menschen mit Sehbehinderung und Blinde müssen Assistenzhunde erlaubt, kontrastreiche Beschilderungen vorhanden und ein unterbrechungsfreies Wegeleitsystem vorhanden sein. Selbstverständlich darf es grundsätzlich keine Hindernisse oder Gefahrenstellen geben. Eingestuft werden die Gegebenheiten jeweils in „teilweise barrierefrei“ und „barrierefrei“. Die Kennzeichnung „teilweise barrierefrei“ wird gekennzeichnet mit dem „i“ im Piktogramm. Es steht für den Hinweis an den Gast, sich vor dem Besuch zu informieren, ob das Angebot den individuellen Bedürfnissen gerecht wird.
In Deutschland leben etwa 10 Millionen Menschen mit einer Behinderung – für 10 Prozent der Bevölkerung ist Barrierefreiheit unentbehrlich, für 40 Prozent notwendig und für 100 Prozent ist sie Qualitäts- und Komfortmerkmal. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern insbesondere auch Menschen, die altersbedingt in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und dennoch gern und viel reisen. Und was für Rollstuhlfahrer gut zugänglich ist, lässt sich beispielsweise auch bequem für Familien mit Kinderwagen besichtigen. „Der Nationalpark hat – wie die gesamte touristische Destination – die Bedeutung der Barrierefreiheit bereits seit langem erkannt und gehört zu den Vorreitern des barrierefreien und komfortablen Naturerlebens in Deutschland. Thematisch ergänzt und erweitert die Waldpromenade die bereits inszenierten und barrierefreien Highlights im Bereich der Thiemsburg: den „Weg zum Himmel“ mit dem Baumkronenpfad und den „Weg in die Erde“ mit der Wurzelhöhle im Nationalparkzentrum, woraus sich ein herausragendes touristisches Kompaktangebot für Alle ergibt, räumlich konzentriert an der Thiemsburg und dadurch hervorragend geeignet für einen Tagesausflug, auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln“, so Nationalparkleiter Manfred Großmann.
Hintergrund:
„Reisen für Alle“ ist ein bundesweit gültiges Kennzeichnungssystem für barrierefreie Angebote, z.B. für Tourist-Informationen, Hotels, kulturelle Einrichtungen, Restaurants oder Gastronomiebetriebe. Es wurde im Rahmen eines Projekts vom Deutschen Seminar für Tourismus (DSFT) Berlin e. V. und dem Verein Tourismus für Alle Deutschland e. V. (NatKo) sowie vielen weiteren Projektpartnern entwickelt und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Dieses besondere Gütesiegel soll Vertrauen und Transparenz für viele Besuchergruppen schaffen. Seit März 2020 setzen alle Bundesländer und eine Hotelkooperation das Kennzeichnungssystem ein.
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